Interview mit Markus Eck von METALMESSAGE
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Nachdem News-Of-Metal bereits das Vergnügen hatte, den neusten Streich in Form einer Compilation gefüllt mit bestem Viking und Pagan Metal von Markus Eck (METALMESSAGE) anzuhören (Review hier), gab es noch die ein oder andere Frage. Und Markus hat sich freundlicherweise bereit erklärt, diese und noch ein paar mehr zu beantworten. Und genau so durchdacht und aufwendig wie die von ihm veröffentlichten Metal-Compilations, sind auch seine Antworten. Vor allem wird klar, wie sehr er sich auch mit dem Umfeld des Metals beschäftigt und daher gibt es manchen interessanten Denkansatz was die Gesellschaft, Rechtsradikalismus, Heidentum und die menschliche Natur anbelangt.
Danke dafür und allen Lesern viel Spaß mit dem Interview.
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Für die, die dich nicht kennen – stell dich bitte mal vor.
Angefangen mit Metal an sich habe ich mit circa 15 Jahren. Und noch heute gibt mir diese einzigartige Musik viel mehr als sich so mancher vorstellen mag beziehungsweise kann. Musik ist mein Leben. Sie kann einem wichtige Türen zu einem selbst öffnen, wenn man es zulässt. Wenn ich all die Stunden die ich bis heute in METALMESSAGE beziehungsweise meine damit verbundenen Projekte gesteckt habe, zusammenzählen würde, würde eine für mich astronomisch hoch anmutende Zahl herauskommen. Daher verschwende ich daran ehrlich gesagt keinen Gedanken, ich mache einfach immer weiter. Neben all der Musik und der Au
slebung meiner Passionen für Mutter Natur ernähre ich mich qualitativ möglichst hochwertig und mache sehr viel Sport: Krafttraining und Laufen im Winter, und im Sommer kommen intensives Radfahren und viel Schwimmen dazu. Als ich mit zwölf Jahren das erste Mal mit Metal in Berührung kam, war es gleich um mich geschehen. Ich hörte bei einem Kumpel die „Killers“-LP von Iron Maiden, welche ich mir sofort auf Tape zog. Das habe ich heute noch, und es läuft noch immer prächtig. Stark geprägt von einer wohl „klassischen“ Hardrock- und Metal-Laufbahn, begann ich aber sowieso so früh als möglich, den frühen Helden diverser Stilistiken begeistert zu lauschen. Dabei blieb es natürlich nicht. So kamen über die Jahre Tausende von Bands und eine stetig gesteigerte Begeisterung für harte und manchmal weniger harte Musik in mein Leben, welches gerade durch Metal – und Musik an sich – ein sehr bewusstes geworden ist. Erfreut beobachtete ich an mir die ständige eigene musikalische Weiterentwicklung, was Stilistiken und Inhalte meiner Lieblingsmusik anbelangte. Heute höre ich mir eigentlich alles an, was mich positiv berührt und habe schon längst aufgehört, Bands mein Interesse nicht in gebührender Weise zukommen zu lassen, nur weil sie in einem Genre agieren, welches mich nicht so sehr auf den Plan ruft. Simultan zu dieser Passion registrierte ich – mit ständig wachsendem Unmut – die stellenweise erschreckende Unkenntnis bei einigen Teilen der Metal-Presse sowie einen mitunter schier beängstigend anmutenden Dilettantismus, mit welchem manche Artikel oder auch gerade Kritiken über „meine“ Bands verfasst wurden und werden. Auch reicht der Wahrheitsgehalt der Berichterstattungen oftmals nicht annähernd an die Realität heran und auch der lyrische Anspruch erfüllt nur sehr selten mein ästhetisches Empfinden. Irgendwann fing ich daher an, mir meinen Enthusiasmus von der Seele zu schreiben; zuerst nur für mich und für Freunde, dann in zunehmendem Maße professioneller
Du hast ja nun bereits zum fünften Mal mit viel Einsatz eine Kompilation mit Pagan/Viking Metal raus gebracht. Wie bist du auf so eine Idee gekommen?
Dass es aus dem gesamten Metal-Bereich bislang fast keine Kompilation gab, die mir persönlich vollauf zusagte, von wenigen Ausnahmen mal ganz abgesehen, war anfänglich bei mir einer der Gründe, es selbst besser machen zu wollen. Dabei motivierte mich in besonderem Maße von Anbeginn an die spezifische Zielvorgabe, neben talentierten Untergrund-Gruppen auch den leider eher von jeher mit sekundärer Aufmerksamkeit bedachten Cover-Pinselkünstlern zu mehr verdienter Popularität zu verhelfen. Meine dem Ganzen zugrunde liegende Idee begeisterte mich damals schon gleich vom Fleck weg so sehr, dass sie bis heute nicht das Geringste von ihrer Relevanz für mich verloren hat. Ich fröne in Sachen Grafiken dabei seit jeher nur zu gerne der guten alten Schule: Auf einem METALMESSAGE-Sampler war und wird somit niemals ein Frontcover zu sehen sein, welches nicht mit echter Farbe und gut gezogenen Pinselstrichen gemalt wurde. Aus dem Metal-Bereich kam bislang eigentlich nichts, was mich im Bereich Sampler für sich einnehmen konnte, zum absolut überwiegenden Großteil sind das ja bis heute eher lieblos zusammen geschusterte Massenprodukte. Das hat in Anbetracht hoher Stückzahlen sicherlich seinen Reiz und seinen Wert, vor allem für die Bands – aber mehr eben auch nicht. In meinen eigenen Regalen stehen daher nur vereinzelte sonstige Sampler, und dies auch aus wirklich rein nostalgischen Gründen, beispielsweise aus der legendären Anfangszeit des Black Metal.
Was reizt dich gerade an dieser Art von Musik?
Wie alles im Leben ist es natürlich letztendlich auch in Sachen Heidentum eine völlig individuelle Geschichte, wie man damit umgeht beziehungsweise wie man danach lebt. Extreme haben noch niemals jemandem gut getan. Ich persönlich war bereits schon als Kind ein ausgesprochener Naturverehrer, daher wurde ich mit Aufkommen der Subkategorie auch schlagartig Pagan Metal-Anhänger. Ich bin also sozusagen naturreligiös. Denn der Mensch kommt ja, nicht nur paläontologisch betrachtet, direkt aus der Gebärmutter von Mutter Natur – doch ist ihm mittlerweile der größte Teil der Natürlichkeit bedauerlicherweise abhanden gekommen. Was sich beispielsweise in einer Unzahl der verschiedensten Allergien bemerkbar macht. Alles wird ja beispielsweise den ganzen lieben langen Tag nur noch desinfiziert, jeder noch so kleine menschliche Duft wird weggesprüht mit synthetischen Duftstoffen, manche duschen gar dreimal am Tag mit Überdosen von Duschgels, in aller Hast reingestopft wird zum Großteil wertloser und zuckerreicher Fabrikfraß, etc. etc. Ich könnte dazu seitenlang weiter aufzählen. Ich will hier aber auch nicht immer nur realkritische Negativismen vom Stapel lassen. Aber solange die profitgierige Pharmaindustrie prächtig an den neuen „Zivilisationskrankheiten“ mitverdient, werden die Lebensumstände für die Menschen global immer noch naturferner und artfremder werden. Ist ja auch so viel bequemer. Nur darum funktioniert der große Plan der ganzen Lobbyisten mit der Spezis Homo Sapiens ja überhaupt erst. Irgendwann werden wir allesamt aus Tuben unsere genetisch ausoptimierten „Lebensmittel“ nuckeln und das höchstwahrscheinlich dann auch noch lecker finden. Eine grausige Vision. Aber wenn das mit den immer mächtiger werdenden Monopolisten auf diesem Sektor so weitergeht, werden sie über kurz oder länger alles an Firmen schlucken, was kleiner ist als sie. Ein sehr interessanter und aufschlussreicher, aber auch immens bestürzender Dokumentarfilm zu diesem leidigen Kontext ist „We Feed The World“ von Erwin Wagenhofer. Nachdem man den gesehen hat, überlegt man sich zweimal, welche Nahrung man wo genau einkauft. Der antike griechische Philosoph Platon aus Athen sagte: „Nur die Toten haben das Ende des Kriegs gesehen.“ Stimmt genau, und diese zeitlose Weisheit lässt sich auch auf den vorherigen Themenkontext anwenden, denn die weltweiten findigen Food-Designer der mächtigen Lebensmittelkonzerne werden wohl niemals damit aufhören, an den Ernährungsgrundlagen der Menschheit manipulierend herum zu basteln. Apropos: Von Wagenhofer ist auch der erschreckende Dokumentarfilm `Let’s Make Money`, welcher das global verheerende Treiben des weltweiten rücksichtslosen Banken- und Finanznetzes ausleuchtet
Die Bands, die vertreten sind, kommen ja nicht nur aus Deutschland oder den direkten Nachbarländern, sondern auch von etwas weiter weg. Wie wirst du auf die Bands aufmerksam?
Mit musikalischen Trends ist es ja wie so oft im Leben: Für die einen ist ein halb gefülltes Glas Wasser halbvoll, für die anderen halbleer. Ich für meinen Teil begrüße die immense Fülle an neuen Bands im Pagan Metal sehr, denn sie birgt ja auch einen höheren automatischen Anteil an feinen neuen Bands. Andererseits geht die zweite Seite der Medaille eben damit einher, dass der noch immer tendenziell inflationäre Ausstoß an Trendreitern, Plagiatoren, Kopisten und listigen Trittbrettfahrern auf Seiten der neuen Gruppen auch Unmengen von ärgerlich halbherzigen, dilettantischen und nicht selten gar grottenschlechten Horden mit sich bringt. Sich da durchzuwühlen, kostet mittlerweile wirklich Unmengen von Zeit und Nerven. Nach all den Jahren kann ich glücklicherweise bereits nach wenigen Minuten Hördurchlauf mittlerweile genau und präzise bestimmen, ob eine Band aus Könnern besteht oder nicht beziehungsweise, ob sie an ihren Vortrag auch selbst glaubt. Etwas anderes als musikalische Überzeugungstäter kommt mir ohnehin nicht auf meine Sampler. Und dass von erwähnter erdrückender Fülle an kreativen Genrerepräsentanten ein breites Publikum angesprochen wird, ist natürlich positiv für die Szene an sich zu werten – denn ich halte die von der ideell unverdorbenen Bandklientel darin vermittelten puristischen und zeitlosen menschlichen Werte an sich für sehr wichtig. Wenn also in sozial recht befremdlichen Zeiten wie diesen eine Musikgruppe voller ansteckender Überzeugung davon kündet, wie relevant die grenzenlose Liebe und Treue zur Natur und zu den Mitmenschen doch ist, kann einen das als Charaktermensch ja nur aufrichtig erfreuen. Nach den ersten Anläufen in der gegenseitigen Kommunikation muss mir die Band dann auch unbedingt positive Eigenschaften wie beispielsweise Seriosität, Korrektheit, Aufrichtigkeit, Souveränität und Zuverlässigkeit zu vermitteln wissen. Ja, und hochgradig leidenschaftlich sollten sie hinter ihrer Kunst stehen. Manche Gruppen schreiben beziehungsweise antworten ja nur alle paar Wochen mal, mit solcherlei halbherzigen Metierakteuren will beziehungsweise kann ich nicht kooperieren. Über die Jahre meiner bisherigen Kompilationsveröffentlichungen habe ich selbst natürlich auch nicht wenig auf diesem Sektor dazugelernt. Doch war ich von Anfang an glücklicherweise höchst vorsichtig, wen ich mir da überhaupt ins eigene Sampler-Boot holte, was mir viel Ärger und Enttäuschungen erspart hat. Mittlerweile habe ich auf diesem Sektor durch eine Vielzahl an Lernprozessen eine sehr gefestigte Vorgehensweise beziehungsweise Abarbeitungsmethodik für mich entwickelt, die das Ganze recht reibungslos ablaufen lässt. Zurück zum Thema der Frage: Alle relevanten Bands auf dieser Erde haben bis auf wenige Ausnahmen entweder ihre Homepages im Netz oder ihre Myspace-Profile – da kommt ein Kontakt mit anschließender Kommunikation in der Regel rasch zustande, was sehr erfreulich ist. Kontakte zu `exotischen` Truppen stelle ich immer ganz besonders gerne her, mich reizen fremde Kulturen und Ansichten sehr! Ich bin der Auffassung, dass jedes noch so kleine Land auf der Welt in der Historie eine ganz eigene Kultur, einen ganz eigenen naturnahen Spiritualismus und daraus resultierend auch eine ganz ureigene religiöse Weltsicht hatte – zumindest, bevor sie von den großen „Weltreligionen“ ihrer Identität beraubt wurden. Leider fielen der Machtgier und der Grausamkeit genannter Weltreligionen fast alle Naturvölker zum Opfer – ich denke da beispielsweise primär an die einstigen und heute verbliebenen Ureinwohner Amerikas oder Australiens, denen ganze Kontinente brutal geraubt wurden und die heute ein erbärmliches Schattendasein gegenüber den „zivilisierten“ Usurpatoren führen müssen. Es gibt viele sehr interessante Bücher zu diesem Kontext. An dieser Stelle möchte ich auch noch die so genannten „Entwicklungsländer“ ansprechen, welche ja vor ihrer kulturellen Zerstörung allesamt über Jahrtausende entstandene blühende Hochkulturen waren – ja, bis ihren altspirituellen Traditionen und Glaubensauffassungen eben `im Namen des Herrn` der Garaus gemacht wurde. Doch zurück zum eigentlichen Thema: Wenn also Bands aus solchen Bereichen der Erde ihre ganze eigene Art von Pagan Metal kreieren und damit ihren Ahnen beziehungsweise deren ruhmreichen Taten und Überlieferungen mit allem Stolz huldigen, so empfinde ich das schlicht gesagt als großartig! Mir persönlich kann es ehrlich gesagt eigentlich gar nicht exotisch und fremdartig genug sein. Am liebsten habe ich es sogar, wenn dann auch noch alttraditionelles Instrumentarium zum Einsatz kommt. Ich hoffe daher sehr, dass noch viel mehr Bands aus abseits entfernten Regionen des Planeten die vielen wunderbaren Ausdrucksmöglichkeiten des heidnischen Metal für sich entdecken und die Fans mit hochgradig künstlerisch eigenständigen Musikwerken beglücken werden. Bislang gibt es nämlich gerade einmal eine brauchbare Melodic Black Metal-Horde aus Ägypten – doch ich kann mir da soviel mehr vorstellen. Gerade die altägyptische Mythologie mitsamt all ihren herrlichen Mysterien bietet doch einen unerschöpflichen Fundus an Möglichkeiten für solcherlei Klänge. Ja, „heidnisch“ ging es wie gesagt ganz früher überall auf dieser Welt zu, nicht nur in Europa
Viele Kompilationen, auch im Metal-Bereich, sind lieblos zusammengeschustert, bei deinen sieht das ganz anders aus. Ist das nicht ein immenser Aufwand, sowohl an Zeit und Geld?
Auf jeden Fall. Aber neben der Musik haben mich die oftmals prächtig und detailliert gemaltem Frontcover beziehungsweise grafischen Gestaltungen der Veröffentlichungen aus dem Metal-Bereich schon seit jeher vollauf fasziniert. Nicht selten kaufte ich Platten nur wegen dem Cover, obwohl die Musik darauf mir selbst gar nicht so gut gefiel. Irre. Aber so sind sie eben, die Großsammler – mit Hingabe am Werk. Im Zuge dessen störte es mich auch schon immer sehr, dass so mancher wirklich geniale Coverzeichner im Gegensatz zur jeweiligen Band fast nichts von all dem Ruhm abbekam, welcher so manchen Metal-Releases heftig zuteil wurde. Eines Tages hatte ich eben die konstruktive und ergiebige Idee, selbst Sampler zu kreieren, welche sowohl Bands als auch den beteiligten Covermalern eine probate Supportmöglichkeit bieten sollten. So ist an jeder Metalmessage-Kompilation auch ein Pinselkünstler beteiligt, welcher das Frontcover nach meinen zugrunde liegenden Ideen dazu gestaltet. Ich versende ja immer haufenweise Review-Exemplare an viele einschlägige Metal-Medien, wobei ich nicht müde werde, die Rezensenten vorab immer wieder drauf hinzuweisen, bitte auch etwas übers Frontcover etc. zu schreiben
Hart gesagt: Warum tust du dir das eigentlich an?
Insgesamt mache ich mir wirklich keinerlei Illusionen: Meine Sampler sind primär reine Liebhaberstücke. „Gebraucht“ werden sie im eigentlichen Sinne nicht. Andererseits, ich mache dabei, was ich eben meine machen zu müssen. Es müssen ja nicht alle Metal-Fans nur noch den ganzen Tag über ihre lieb- und identitätslosen überfüllten MP3-Dateiordner hin und her hasten, und sich mit Mausklicks ihre Player abfüttern. Ich hingegen liebe die gute alte Schule des Genres, also, beim Hören von persönlich aus ehrlichen Motiven favorisierter Musik immer auch einen realen Tonträger in den Händen halten zu wollen. Wenn ich manchmal in ein Gespräch über Spartenmusik verwickelt werde, höre ich leider immer öfter das hilflose Statement: „Der Song war ja so geil! Aber keine Ahnung, wie die Band oder der Song hieß oder was das Frontcover des Albums war, ich hab’ den Track halt als MP3 halt bei mir auf dem Rechner in irgendeinem meiner vielen Ordner. Hab’ da ja sowieso schon keinen Überblick mehr drüber.“ (…) Also, Leidenschaft, Tiefgang und Hingabe definiere ich persönlich im Metal jedenfalls anders. Nicht zuletzt eben auch ein massiver Antriebsfaktor für die Metalmessage-Reihe, die da genau dagegen ansetzt! Im Namen der Leidenschaft!
Hat sich in deinen Augen der Stellenwert von Metal in den letzten Jahren verändert, beispielsweise durch die Berichterstattung und/oder den großen Festivals?
Das Ganze wurde vor allem von den großen Musikkonzernen seit Mitte der 80er immer mehr verkommerzialisiert, weil mit Metal wie mit jeder anderen Stilistik einfach viel Geld zu verdienen ist, wenn das Marketing stimmt. Daher kreierten die großen Musikmultis auch ständig neue Subkategorien, die Vielzahl wird immer unüberschaubarer. Früher gab es nur Heavy Metal, dann Speed Metal, Thrash Metal, Death Metal, etc. etc. Leider ist dadurch die Hingabe zur Sache an sich leider auch immer mehr in den Hintergrund geraten. Heutzutage ist Metal allgemeingültig akzeptiert, er hat sein Rebellenimage weitgehend eingebüßt – eine zweischneidige Angelegenheit.
Oft wird dem Metal, besonders im Viking- und Pagan Bereich eine Nähe zum rechten Gedankengut vorgeworfen. Berechtigt oder nicht in deinen Augen? Und wie kann man solchen Vorwürfen entgegentreten oder muss man dies überhaupt?
Darauf muss man immer gut aufpassen! Dieser immens leidige Punkt macht mich immer wieder sehr traurig, denn er schadet den wirklich seriösen und wirklich ernsthaften Künstlern im Pagan Metal-Bereich doch noch immer sehr. Das wird wohl leider auch nicht aufhören, solange man damit plump und pseudoelitär provozieren kann – und eine gewisse Sorte an Menschen kann sich bekanntermaßen immer wieder für dumpfe Plumpheit roh begeistern. Arglistig getäuscht wurde ich selbst noch nicht, da ich fast alle wichtigen und ernsthaften Szenekenner dieser Welt zu meinen guten Kontakten zähle – sollte ich mir im Zweifelsfalle also trotz meiner ganzen Recherchen noch nicht sicher sein, frage ich gegebenenfalls dort explizit und gezielt über eine Band beziehungsweise deren Dunstkreis nach, solange, bis ich 100%ig sicher bin. Als „momentan“ ist diese Problematik daher auch beileibe nicht zu bezeichnen, denn gewisse extreme Kreise mit einem ganz gewissen Aufmerksamkeitsdefizit drängen schon seit längerer Zeit in den heidnisch orientierten Metal. Das Problem an sich liegt in der Verwendung von altheidnischen beziehungsweise altnordischen Symboliken und der Runenschrift beziehungsweise deren -Zeichen, wie man als Informierter weiß. Diese wurden im bislang dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte für machthungrige Zwecke auf perfide Weise missbraucht. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis Rechtsrockgruppen und deren nebulöse Hintermänner im Pagan Metal ein neues Betätigungsfeld beziehungsweise Rekrutierungspotenzial erkannten und erwartungsgemäß entsprechend für ihre gefährlichen Ziele und Ansichten nutzen wollten. Dies führte bekanntlich dazu, dass einige Provokateure in den Reihen der Metal-Szene auch schnell von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch machten, trotz mangelndem Talent sehr viel Popularität zu erlangen. Eine Art traurige kausale Logik. Früher war es „Satan“, mit dem man sich breiten- und gewinnträchtig im extremen Metal inszenieren konnte, doch „Satan“ in Bild, Bedeutung und letztlich Wort prangt heutzutage mittlerweile ja schon auf Kaffeetassen, Regenschirmen, Plastikbadelatschen, Unterhosen, Baseballmützen, Autoaufklebern etc. etc. etc. Damit kann also niemand mehr erschreckt werden, geschweige denn für irgendein Aufsehen bei den Scharen der Metal-Fans gesorgt werden. Heute sind es daher eben verbotene beziehungsweise geächtete Symboliken, Zeichen und Liedertexte aus dem rechten Lager. Ich selbst bin absoluter Vernunftmensch und halte daher gar nichts von extremem Gedankengut jedweder Art, denn das macht den Menschen immer zu einem Hassklumpen, der anders Denkende nicht akzeptiert beziehungsweise respektiert. So entstehen Kriege. Aber wie heißt es so schön beziehungsweise traurig: Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen. Fakt ist: Gerade, wenn man sich noch recht neu in der Szene bewegt, ist die Gefahr umso größer, unbewusst mit extremen und nicht selten kranken Gesinnungen konfrontiert zu werden. Da heißt es: So gut als möglich vorsichtig sein! Im Zweifelsfalle sollte also immer erst ausreichend recherchiert werden, mit wem man sich auf was einlässt. In der Regel gilt auch: Je extremer und aggressiver sich eine Band in Erscheinung, Songtiteln und Lyriken darstellt, desto größer ist natürlich auch die Gefahr, dass einem da ein so genannter Wolf im Schafspelz unterkommt. Metieranfänger sollten sich daher ganz einfach an die vielen Veröffentlichungen und Bands der großen beziehungsweise vollauf etablierten Labels halten, denn diese veröffentlichen ja erst gar nichts Verbotenes.
Noch ein paar persönliche Fragen: Hast du schon neue Projekte in Planung? Und vor allem verrätst du uns welche?
Im Moment ist die Zeit noch immer nicht reif, um etwas Definitives drüber zu verkünden. Ich stecke ja gegenwärtig noch voll im Promotion-Prozess zur aktuellen Veröffentlichung drin – und da kommen primär so einige kommunikative Aufgaben zusammen, welche ein riesengroßes Zeitkontingent einnehmen. Ich bin ein sehr intuitiver Geist und warte immer auf den für mich spürbar richtigen Zeitpunkt, um mich einer neuen Aufgabe zu stellen – das hat bisher glücklicherweise auch immer sehr produktiv funktioniert. Ich werde mich auf jeden Fall bemühen, immer noch besser dabei zu werden. Jedoch: Der Tag wird einst kommen, da habe ich in einer mystischen Vision aufgrund eines spezifischen Schlüsselerlebnisses wieder ein ganz bestimmtes Frontcover vor meinem geistigen Auge, welches ich dann schnellstmöglich von einem talentierten Maler umgesetzt beziehungsweise verwirklicht sehen möchte. Ein schöner wahr werdender Traum wäre es, beispielsweise den begnadeten Amerikaner Ken Kelly oder gar den immens talentierten Briten Rodney Matthews für die Metalmessage-Serie als Illustrator gewinnen zu können. Doch Matthews ist bekannter Maßen seit vielen Jahren vollauf bekennender Christ, von daher wird das wohl nicht möglich sein. Schade, denn ich verehre seine Künste sehr. Kelly wird da schon eher zustimmen, wir werden sehen.
Spielst du aktuell in Bands oder konzentrierst du dich eher auf Berichte über Metal?
Ich würde nur allzu gerne in einer Band mitmischen, aber dafür habe ich leider vor lauter Artikelschreiben keine Zeit. Ich wäre wohl ein guter Sänger, denn ich habe ein sehr lautes und sehr voluminöses Organ, wie immer wieder attestiert wird.
Wenn du wählen dürftest – welche Band, die es nicht mehr gibt, würdest du gern noch mal live sehen?
AC/DC mit Bon Scott, einer der besten, wenn nicht der beste Rocksänger aller Zeiten.
Hast du zurzeit eine Lieblingsband und wenn ja welche?
Definitiv, und zwar die russischen Ausnahmekönner Alkonost.
Kannst du doch erinnern welches Album du als erstes gekauft hast?
Klar, das war `Walls Of Jericho` von Helloween. Noch heute einer meiner absoluten Lieblingsplatten – ultraguter Melodic Power Speed Metal vom Feinsten!
Gibt beziehungsweise gab es ein Album in deiner Sammlung, dass dir heute peinlich ist?
Nein, wenn ich Musik beziehungsweise eine Band erstmal mag, gefällt es mir für immer. Andersrum verhält es sich bei mir genauso.
Welche Musik findest du absolut übel und warum?
Rap und Hip Hop, weil die bei weitem überwiegende Anzahl des in diesem Metier Dargebotenem so monoton, variantenarm und nicht selten unmelodisch ist. Für mich als manischen Melodiker und Liebhaber zeitloser Klänge ein Unding. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Jeder soll gerne stets hören was ihm gefällt, und solange Musik aus ehrlichen Motiven heraus gemacht wird, hat sie auch ihre volle Berechtigung. Nur sollte auch jeder seinen eigenen Musikgeschmack haben dürfen und mir persönlich gefällt Rap und Hip Hop halt eben einfach nicht – keinem kann alles gefallen. Für mich gilt: Spitzname Eckbert, der Kerl offenbart sich stets unbekümmert bereits nach einigen Verhörminuten als unverbesserlicher Vollblutmetaller und Freigeist. Als diese Person sich im zarten Alter von zwölf Jahren dazu entschloss, AC/DC für immer auf den „Highway To Hell“ zu folgen, und im Zuge dessen irgendwann auf Iron Maiden´s zeitlose „Killers“ traf, war es um seine Tauglichkeit als Radiohörer vollends geschehen. Auch sonst war bei ihm vieles danach nie wieder so wie vorher. Über die Jahre unermüdlich als abenteuerlicher Entdecker in beinahe unzähligen Substilistiken unterwegs, stieß er dabei selbst in finsterste Schwarzmetallbereiche und obskure Folklorestahl-Dunstkreise vor. So kam ihm seine Unbeirrbarkeit jedes Mal zugute, wenn die schafartigen Hörermassen von der mächtigen Tonträgerindustrie immer wieder mit allzu schnelllebigen Trends verführerisch angelockt wurden. Besondere Kennzeichen: Verfällt laut unbestätigten Quellen zufolge beim Einsetzen von Hip Hop-, Rap- und Technoklängen akut in anhaltende Lethargie – Selbiges wurde jedoch auch schon beim Abspielen von Schlager- oder Populärvolksmusik an ihm beobachtet. Absoluter Starrsinnsfeind – durchdringt immer wieder sämtliche Musikgeschmackklischees. Vorsicht: Macht schnell und rücksichtslos von einer eigenen Meinung Gebrauch!
Wenn du wählen darfst: Bier oder Frau?
Frau.
Danke für das ausführliche und interessante Interview

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slebung meiner Passionen für Mutter Natur ernähre ich mich qualitativ möglichst hochwertig und mache sehr viel Sport: Krafttraining und Laufen im Winter, und im Sommer kommen intensives Radfahren und viel Schwimmen dazu. Als ich mit zwölf Jahren das erste Mal mit Metal in Berührung kam, war es gleich um mich geschehen. Ich hörte bei einem Kumpel die „Killers“-LP von Iron Maiden, welche ich mir sofort auf Tape zog. Das habe ich heute noch, und es läuft noch immer prächtig. Stark geprägt von einer wohl „klassischen“ Hardrock- und Metal-Laufbahn, begann ich aber sowieso so früh als möglich, den frühen Helden diverser Stilistiken begeistert zu lauschen. Dabei blieb es natürlich nicht. So kamen über die Jahre Tausende von Bands und eine stetig gesteigerte Begeisterung für harte und manchmal weniger harte Musik in mein Leben, welches gerade durch Metal – und Musik an sich – ein sehr bewusstes geworden ist. Erfreut beobachtete ich an mir die ständige eigene musikalische Weiterentwicklung, was Stilistiken und Inhalte meiner Lieblingsmusik anbelangte. Heute höre ich mir eigentlich alles an, was mich positiv berührt und habe schon längst aufgehört, Bands mein Interesse nicht in gebührender Weise zukommen zu lassen, nur weil sie in einem Genre agieren, welches mich nicht so sehr auf den Plan ruft. Simultan zu dieser Passion registrierte ich – mit ständig wachsendem Unmut – die stellenweise erschreckende Unkenntnis bei einigen Teilen der Metal-Presse sowie einen mitunter schier beängstigend anmutenden Dilettantismus, mit welchem manche Artikel oder auch gerade Kritiken über „meine“ Bands verfasst wurden und werden. Auch reicht der Wahrheitsgehalt der Berichterstattungen oftmals nicht annähernd an die Realität heran und auch der lyrische Anspruch erfüllt nur sehr selten mein ästhetisches Empfinden. Irgendwann fing ich daher an, mir meinen Enthusiasmus von der Seele zu schreiben; zuerst nur für mich und für Freunde, dann in zunehmendem Maße professioneller





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